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Archiv 2011

Solidarity Kenya - Auf dem Weg zu einer lebendigen Partnerschaft

Die Anfänge
Bei einer Begegnungsreise des Sachausschusses Mission – Entwicklung – Frieden des damaligen Diözesanrates nach Nyeri/Kenia wurde im Jahre 2005 der Grundstein gelegt. Zur Feier unseres 25-jährigen Vereinsjubiläums haben wir 2008 eine Gruppe aus Nyeri/Kenya eingeladen, die, beeindruckt von unseren Aktivitäten beschloss, einen ähnlichen Verein in Kenya zu gründen.
Der Partnerverein „Solidarity association in Kenya“ versteht sich als Trägerverein, unter dessen Dach sich mittlerweile fast 30 Produzentengruppen zusammengeschlossen haben und sich gemeinsam für den Fairen Handel im eigenen Land, aber auch international einsetzen.

Über Solidarity Kenya können Sie sich informieren unter: www.solidaritykenya.org

Bei den „Shalom Designers“
Shalom DesignersEin sehr beeindruckendes Beispiel erlebten wir beim Besuch der erst 2010 gegründeten Gruppe der Shalom Designers in Kenol, im Süden von Muranga. Die Mitglieder haben sich auf die Verarbeitung von lokal verfügbaren Materialien spezialisiert: getrocknete Bananenblätter werden zu unterschiedlichsten Produkten verarbeitet – von Käppis über Westen, Körbchen, bis hin zu Hefteinbänden und Kugelschreiberhüllen, Dokumentenmappen, Souvenirs und Geschenkartikel. Aber auch Sisal, getrockneter Mais und Horn werden in sehr hoher Qualität und umweltfreundlich verarbeitet; die ersten Produkte gibt es jetzt auch schon bei uns in Deutschland. Dafür sorgt Gerhard Ernecker

Afrika Style

 

Afrika-Style
Kantnerstr. 11
94501 Aldersbach
Tel. 08543-91401
www.afrika-style.de

 

 

So läufts jetztFair Trade
Wir bemühen uns, die Kontakte mit und zu unseren Partnern in Kenya zu vertiefen und uns auf unterschiedlichen Gebieten auszutauschen. Im August 2010 konnte die erste Jugendbegegnungs-Maßnahme durchgeführt werden: 7 Jugendliche erlebten 2 beeindruckende Wochen in Kenya.
Die Zukunft
Den Beteiligten am Fairen Handel ein Gesicht geben, ihre Situation, Stärken und Herausforderungen kennenlernen, mit- und voneinander lernen und Möglichkeiten der persönlichen Begegnung schaffen und wahrnehmen, darauf haben wir uns eingelassen.

Kontakt und weitere Infos bei
Solidarität in der Einen Welt e.V.
Obere Bachgasse 23, 93047 Regensburg
Ulrich Frey, 1. Vorsitzender
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Flyer herunterladen (PDF)

 


Brücken nach Kenia

In seiner Kenia-Großhandlung in Aldersbach: Gerhard Ernecker mit seiner „rechten Hand“ Regina Söldner. Foto: Straßer

Wenn es einen roten Faden im Leben von Gerhard Ernecker gibt, dann sind es Brücken. Mehr als 20 Jahre plante der Konstrukteur von seinem Büro in Aldersbach aus eindrucksvolle Bauwerke aus Stahl und Beton. Heute baut er an Handelsbrücken nach Kenia. Als Großhändler für fair gehandelte Waren eröffnet er zahlreichen Kunsthandwerkern in Nairobi und Mombasa neue Absatzmärkte und ermöglicht ihnen damit menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine Perspektive für ihre Zukunft.

Dass die Eindrücke einer Reise einmal sein berufliches Leben völlig umkrempeln würden, daran hätte Gerhard Ernecker vor ein paar Jahren noch nicht gedacht. Doch dann erhielt seine Schwiegertochter eine Stelle an der deutschen Botschaft in Nairobi und zog mit ihrer jungen Familie für einige Jahre in die Hauptstadt Kenias. Natürlich nahm Gerhard Ernecker die Gelegenheit wahr, seine Kinder und Enkel in Afrika zu besuchen. Was er dort in den Slumvierteln rund um die moderne Innenstadt Nairobis zu sehen bekam, erschütterte den Brückenkonstrukteur aus Bayern von Grund auf. Die Armut und die teilweise katastrophalen hygienischen Zustände, aber auch die verzweifelte Situation der vielen Aids-Waisen ließen den Bayern darüber nachdenken, wie er sinnvoll helfen könnte. Zumal Gerhard Ernecker in Kenia neben all dem Elend durchaus auch viele positive Ansätze entdeckte.

Familien kämpfen ums Überleben

„Mich hat vor allem beeindruckt, mit welch unermüdlicher Energie und Einsatzbereitschaft die afrikanischen Frauen um das Überleben ihrer Familien kämpfen. Wie sie ihre selbst produzierten Waren Tag für Tag auf dem Markt den Touristen anbieten, ohne zu wissen, ob die Einnahmen am Tagesende reichen werden. Was diese Menschen in Afrika dringend brauchen, sind faire Arbeits- und Handelsbedingungen, stabile Absatzmärkte und zuverlässige Handelspartner“, meint Gerhard Ernecker. Genau daran arbeitet der Brückenbauer seit einigen Jahren − mit wachsendem Erfolg.

Ein ganzes Netz an selbstständigen Produzentengruppen hat Gerhard Ernecker inzwischen aufgebaut. Er vergibt Mikrokredite, die es Handwerkern ermöglichen, die Materialien, die sie für die Herstellung ihrer Produkte brauchen, vorzufinanzieren. Unter dem Handelsnamen „Kepocko−Kenyan Arts“ importiert Gerhard Ernecker die in Kenia produzierten Waren dann nach Deutschland, wo er sie an mittlerweile 200 Weltläden weiter vertreibt. Wichtig ist dem Großhändler, dass die Handwerker in Afrika für ihre Produkte einen marktgerechten Erzeugerpreis erhalten, der ihnen ein Leben in Würde erlaubt. Die Palette an Waren, die den Weg von Kenia nach Aldersbach findet, ist breit gefächert und reicht von Schmuck über Holzwaren, Textilien, Produkte aus Speckstein bis hin zu Kunstmalerei.

Besonders stolz ist Gerhard Ernecker darauf, dass zu seinen Produzenten auch ein Projekt für Körperbehinderte, Blinde und Gehörlose gehört, die dort mit ihren Familien leben und arbeiten. Im Entwicklungsland Kenia mit einer Arbeitslosigkeit von über 30 Prozent hätten die Behinderten keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die karitative Einrichtung trägt sich inzwischen selbst mit der Produktion von Schmuck, Lederwarenund Holzschnitzereien. Produziert werden auch Rollstühle für den kenianischen Markt.

Der Anfang seines Importhandels sei nicht einfach gewesen, gibt Gerhard Ernecker zu. Um als Handelspartner für die Weltläden akzeptiert zu werden, musste das Unternehmen ein aufwändiges Zertifizierungsverfahren durchlaufen. Eine ganze Weile dauerte es auch, bis die Kontakte zu den mittlerweile 200 Weltläden hergestellt waren. Inzwischen aber hat sich der Handel so gut entwickelt, dass Gerhard Ernecker auch in Aldersbach einige Mitarbeiterinnen eingestellt hat, um die Arbeit im Büro und beim Sortieren und Verpacken der Ware bewältigen zu können.

Dank der neuen Absatzmärkte in Deutschland hat sich in Kenia inzwischen einiges bewegt. Nicht nur die Familien der Produzenten profitieren. Mit dem Gewinn, den die Weltläden mit den Waren aus Afrika machen, unterstützen sie eine ganze Reihe gemeinnütziger Einrichtungen in Kenia, zu denen Schulen, Kindergärten und Kinderheime für die zahllosen Aids-Waisen gehören. Für die Zukunft hat sich Gerhard Ernecker weitere Ziele gesetzt. Seit einiger Zeit arbeitet seine Schwiegertochter an der deutschen Botschaft in Kuala Lumpur in Malaysia. Und dorthin sollen die nächsten Handelsbrücken entstehen.

Zeitungsartikel lesen (PDF) - Auszug aus der PNP vom 29.03.2011, Artikel von Christiane Straßer


Vorstellung einiger unserer Handelspartner (Als PDF downloaden)

Undugu Society of Kenya, Nairobi

Undugu Society of Kenya, Nairobi

 



Die Geschichte der Undugu Society of Kenya begann vor mehr als 35 Jahren. Sie ist eine der ersten Organisationen in Afrika südlich der Sahara, die sich schwerpunktmäßig der Rehabilitation von Straßenkindern und der Stärkung von Gemeinschaft und Gemeinden widmet.


Unsere Vision: eine gerechte, sozial und ökonomisch gestärkte Gesellschaft, in der Jeder und Jede teilhaben an annehmbaren Lebensbedingungen.


Unser Ziel: einen Beitrag zu leisten, der sozio-ökonomischen Stärkung der Straßenkinder, verletzlichen Jugendlichen und verarmten städtischen und ländlichen Randgruppen, durch Lobby-Arbeit und rechtlichen Beistand, Kompetenzbildung, Zugang zu schulischer Bildung und Ausbildung und durch die Schaffung von Verbünden mit dem Ziel, die Armut abzubauen und dadurch annehmbare Lebensbedingungen zu schaffen.

Grundwerte:
•    Solidarität mit den Armen und Randgruppen
•    Integrität, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Transparenz
•    Mut zur Überzeugung
•    Verpflichtung für die Interessen von Kindern und Jugendlichen einzutreten
•    Teamwork und wirkliche Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
•    Fairness, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft



Bombolulu Workshops  in Mombasa

Bombolulu Workshops  in Mombasa



Wir beziehen unsere Produkte von unseren „Bombolulu Workshops“ für Behinderte in Mombasa/Kenya und vertreiben diese als fair gehandelte Waren.
Die Handarbeiten von unserem Projekt werden von ca. 160 Körperbehinderten, gehörlosen und blinden Menschen hergestellt, die dadurch für sich und ihre Familien ihren Lebensunterhalt verdienen. Neben marktgerechten Löhnen stellt das Projekt kostenlose Wohnungen sowie medizinische Versorgung, Sozial- und Rentenversicherung zur Verfügung, betreibt einen Kindergarten, Gemeinschaftshalle und gibt Schulgebührenzuschuss für die Kinder der behinderten Arbeiter.

KEPOCKO KENYAN ARTS, Nairobi
Vorstellung einiger unserer Produzenten

KEPOCKO KENYAN ARTS, Nairobi KEPOCKO KENYAN ARTS, Nairobi KEPOCKO KENYAN ARTS, Nairobi

Rosemary, mit Familie stellt für uns

Schmuckbäume, Engel, Figuren aus

Sisal und Bananenblatt her.

In der Werkstätte von Herrn Zephania.

Arbeiter bei der Herstellung  von

Olivenholzschalen mit Beineinlagen.

Sophia (rechts) mit ihren Arbeitern. Sie

stellt für uns verschiedene Speckstein-

Artikel  her.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 15. Juli 2013 um 12:50 Uhr

 
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